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 Endlich ein Medikament gegen Leishmaniose

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BeitragThema: Endlich ein Medikament gegen Leishmaniose   So Jun 14, 2009 8:59 pm

http://www.vet-magazin.com/wissenschaft/kleintiermedizin/Hunde/Beitraege/Milteforan/Miltefosine.html

Zitat:
Miltefosin wurde am Max Planck Institut in Göttingen von Prof. Hans Eibl und Prof. Clemens Unger entdeckt, und wurde in Zusammenarbeit mit der WHO für die Humane Therapie weiterentwickelt und besitzt Leishmanien-tötende Eigenschaften
Miltefosine® (Hexadecyl phosphocholin) ist ein Phospholipid-Analogon, das strukturell den von Leishmanienerregern metqabolisierten Komponenten ähnlich ist.

Neues Wirkprinzip: Signal Transduktionshemmer

Miltefosin greift an den metabolischen Pathways der Phospholipide an. Miltefosin ist leicht lipophil und daher in der Lage Zellmembranen zu passieren und einen schnellen intensiven Meabolismus bei Leishmania spp zu verursachen.

Miltefosin stört die Membransynthese und Signalfunktionen der parasitären Zellmembran durch 2 Wirkungen:

- Miltefosin hemmt die Biosynthese von GPI Vorstufen (Glycosyl Phosphatidyl-Inosit) ein Schlüsselmolekül für das intrazelluläre Überleben der amastigoten Leishmanienstadien)

- Miltefosin stört die Signal Transduktion der Leishmanien-spezifischen Phospholipase C und der Proteinkinase C – 2 Enzyme die eine Schlüsselrolle bei in der Kontrolle der Stoffwechselsteuerung des Wachstums und der Differenzierung von Leishmanienzellen besitzen

Miltefosin hemmt die Biosynthese von Phosphatidylcholin, einem wichtigen Molekül der Leishmanien Zellmembran.

Dadurch kann Milterfosin eine Apoptose von Leishmanien Zellen verursachen. Darüber hinaus werden auch Einflüsse auf Immunfunktionen angenommen.

Milteforan hat eine neuartige Leishmanizide Wirkungsweise -sowohl in vitro als auch in vivo – Diese antiparasitische Wirkung ist vom Zustand des Immunsystems nicht abhängig.

- Miltefosin wird oral äußerst schnell und vollständig resorbiert.
- Miltefosin besitzt eine sehr lange Eliminationshalbwertszeit
- Miltefosin bleibt für lange Zeit unverändert und aktiv in den Körpergeweben verfügbar

Die orale Verabreichung von Miltefosin mit 2 mg/kg KGW erzeugt schnell therapeutische Miltefosinkonzentrationen die auch erhalten bleiben.

Milteforan erreicht die Zielorgane und tiefen Kompartimente in denen sich Leishmanienstadien aufhalten. Miltefosin wird langsam in der Leber zu Cholin, einem vollkommen harmlosen Endmetaboliten abgebaut.

Miltefosin wird nicht über die Nieren ausgeschieden und belastet somit die Nieren nicht und kann daher auch bei nierengeschädigten Hunden ohne Dosisreduktion angewendet werden – ohne dass eine Überdosierung von Miltefosin befürchtet werden muss.

Mileforan besitzt bei Hunden wegen seine langsamen Plama Clearence Rate eine HWZ von 153 Stunden (+- 13,7 Stunden), das entspricht 6,3 Tagen. Nach wiederholter täglicher oraler Anwendung darf daher mit einem Steady State von 3 bis 4 Wochen gerechnet werden.

Bei einer Dosierung von 2mg/kg KGW/ Tag über 28 Tage werden schnell wirksame Spiegel erreicht, die auch erhalten bleiben.

Die renale Elimination von Miltefosin ist minimal (0,03%), deshalb eignet sich Milterforan auch für niereneinsuffiziente Patienten.

Gegenanzeigen: Miltefosin zeigte in Studien an Ratten ab 1,2 mg/ kg fetotoxische, embryotoxische und teratogene Effekte und darf daher nicht an trächtige oder laktierende Hündinnen (Zuchthündinnen) verabreicht werden.



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BeitragThema: Re: Endlich ein Medikament gegen Leishmaniose   So Jun 14, 2009 9:03 pm

Na, das hört sich ja seeehr vielversprechend an bounce bounce bounce

_________________
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BeitragThema: Re: Endlich ein Medikament gegen Leishmaniose   So Jun 14, 2009 10:21 pm

So neu ist das Medikament garnicht.
Wir hatten Duna bereits vor knapp einem Jahr damit behandelt.
Damals wurde die Anwendung allerdings noch von der Dt. Tierärztekammer als nicht empfehlenswert eingestuft aufgrund mangelnder Studienergebnisse. Das Medikament mußte aus Italien importiert werden, da es dort bereits zugelassen war.


Bzgl. der Verträglichkeit bei fortgeschrittener Niereninsuffizienz kann ich nur sagen, dass das Mittel aufgrund seiner Wirkungsart eine enorme Belastung für den Körper darstellt und sich somit auch bereits vorgeschädigte Organe weiter verschlechtern können.
Wärend der Behandlung wurden bei Duna deutliche Verschlechterungen der Nierenfunktion und starke Nebenwirkungen festgestellt.

Alles in Allem mußte die Behandlung ca. in der Hälfte des empfohlenen Zeitraums abgebrochen werden, da wir nicht sicherstellen konnten, dass sie bei Weitergabe das Ende der Behandlung noch erlebt hätte.

Dennoch stellten sich nach Absetzen deutliche Verbesserungen der Blutwerte ein, sowie ein starker Rückgang des Leish-titers.

Wäre die Behandlung damit ein Jahr früher möglich gewesen, wärend eines gesundheitlich stabilen Zustandes, könnte Duna heute evtl. noch leben.

Ich hoffe sehr, dass es in Zukunft noch vielen Hunden helfen wird, allerdings ist es keine Garantie und die Wirksamkeit ist, insbesondere bei den in Spanien vorkommenden Stämmen, begrenzt.
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Endlich ein Medikament gegen Leishmaniose

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